Mein Weg nach Kona

Tagebuch eines Triathleten
 

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Die weiteren Tauchgänge in Französich Polynesien

Liebe Leser,

leider hatte ich mein Guthaben von 100MB gleich beim ersten Login verbraucht, ich war so intelligent meinen Blogeintrag zu überprüfen, dabei hat meine Workstation leider im Hintergrund begonnen, das Schildkrötenvideo zu laden, das ist 127MB groß. D.h. nach dem ersten Login war dann gleich wieder Schluß mit Internet auf der FPM. Ich hätte natürlich weiteren Traffic kaufen können, aber der Preis war wirklich nicht von schlechten Eltern, was durchaus verständilich ist, da ja alles über einen Satellitenverbindung geht, der Provider läßt sich diese sicher ordentlich bezahlen.

D.h. mittlerweile sind wir schon 3 Tage in Moorea, leider hatte ich bis jetzt auch nicht so wirklich Zeit den Blog fortzusetzen, wir sind an 2 Tagen hier in Moorea tauchen gegangen und einen Tag waren wir in Tahiti, aber zuerst möchte ich noch die Tauchgänge, die wir im Tuamotu Archipel gemacht haben, erwähnen.

Unsere Route mit der FPM führte von Fakarava nach Rangiroa, quer durch den Tuamotu Archipel. Dieser ist der älteste Archipel von Französich Polynesien. D.h. hier gibt es keine Berge, wie auf den Vulkaninseln der jüngeren Generation, hier sind nur noch die Atolle über. Vergleichbar mit den Malediven, fuhren wir also von Atoll zu Atoll. Nach Fakarava ging es nach Kauehi, dort machten wir 8 Tauchgänge. Die Action spielt sich hier immer in den "Pässen" ab, d.h. das sind die Kanäle, die den Atollring durchbrechen, dort strömt das Wasser bei Flut ins Atoll und bei Ebbe wieder hinaus. Je nach Größe des Atolls und der Breite des Passes ist die Strömung entsprechend ausgeprägt. In Fakarava war der North Pass relativ breit, dafür ist das Atoll auch sehr groß, Kauehi ist deutlich kleiner, die Pässe aber auch enger, d.h. die Strömung war bei einigen Tauchgängen ganz schön heftig. Die klareren Sichtbedingungen sind immer bei einwärts stömenden Wasser, also bei Flut. Bei Ebbe stömt das Wasser auswärts und nimmt Sedimente mit, das hat natürlich Auswirkung auf die Sichtweiten unter Wasser. Bei Einwärtsströmung gingen die Driftdives meistens mit der Strömung ins Atoll, d.h. man beginnnt am Außenriff, in der Nähe des Passes, lässt sich bis zum Eingang des Passes treiben, versucht dann möglichst lange am Eingang des Passes zu verweilen, das ist der anstrengende Teil, da man sich versucht am Boden an einem Felsblock fest zu halten, um z.B. die "Wall of Sharks" zu beobachten. Fotografieren ist da natürlich nicht so einfach, da ich leider nur 2 Hände habe, eine benötige ich zum Auslösen der Kamera, die Andere zum Festhalten, damit ist es ein Problem die Kamera gegen die Strömung mit nur einer Hand auszurichten, da mein Blitzarm ca. 1m lang ist, damit der Blitz von der Seite die Szenerie beleuchtet, um möglichst wenig Schwebeteilchen zu beleuchten. Da der Pass am Außenriff meistens auch noch relativ tief ist und man gegen die Strömung kämpfen muß, ist das natürlich auch ein Thema des Gasverbrauchs. Es hat auch Tauchgänge gegeben, da konnte ich kein einziges Foto machen, da ich die Kamera nicht gegen die Strömung halten konnte. Um die Ausführungen abzukürzen, als Anfänger ist man bei diesen Tauchplätzen leicht überfordert und ohne Nitrox wären die Tauchgänge deutlich kürzer ausgefallen, da wir ja nur Nullzeittauchgänge machten.

Ok, dann kommen hier einmal ein paar Fotos von den 8 Tauchgängen in Kauehi.

Wie Euch vielleicht aufgefallen ist, habe ich hauptsächlich Haie fotografiert, kein Wunder, so viele Haie wie auf diesen Tauchgängen habe ich auch noch nie gesehen. Wie wir hier in Moorea dann erfahren haben, sind Haie und Schildkröten in ganz Polynesien geschützt, das wird auch schon den Kindern in der Schule unterrichtet, damit versucht man einen Sinneswandel in der Bevölkerung herbei zu führen und ein Bewusstsein für den Naturschutz und die Artenvielfalt in den Meeren zu schaffen.

Nach Kauehi ging es weiter nach Toau. dort haben wir 6 Tauchgänge gemacht. Auch dort haben wir hauptsächlich Haie gesehen, neben Barakkudas als Einzelgänger. Zur Abwechslung habe ich auch Schiffshalter, die uns ständig auf der Suche nach einem neuen Wirt begleiteten auch hin und wieder einen Kofferfisch abgelichtet. Da ich immer das Weitwinkel montiert hatte, konnte ich eigentlich kaum etwas Anderes fotografieren. Entweder man kommt nahe genug heran oder das Motiv muss entsprechend groß sein.

Wir haben auch relativ viele verschiedene Haiarten gesehen, neben den klassischen Schwarzspitzenriffhaien, Grauhaie, Schwarzflossenhaie, Seidenhaie, Silberspitzenriffhaie, Ammenhaie, Zitronenhaie und einen großen Hammerhai.

Nach Toau ging es nach Apataki, dort haben wir nur 2 Tauchgänge gemacht. Die Fotoausbeute war eher gering, da der erste Tauchgang am Außenriff bei Auswärtsströmung stattfand, da haben wir zwar auch viel gesehen, aber ich habe kein gutes Foto geschossen, außer den Wimpelfischen.

Das zweite Foto ist dann bei Einwärtsströmung entstanden und ist eher ein Suchbild, d.h. die Frage lautet: "Wie viele Haie sind auf dem Foto?". Das Foto habe ich im Vorbeiflug aus der Hüfte geschossen, die Strömung war derart extrem, dass ein kontrolliertes Foto unmöglich war, ich habe einfach mehrfach abgedrückt und gehofft, dass man was erkennen kann.

Hier kommt die Auflösung für das Suchbild, es sind fast 40 Haie auf dem Bild, ich habe 37 Schwanzflossen gezählt und dabei vorausgesetzt, dass jeder Hai genau eine Schwanzflosse hat.

Die letzte Station war dann Rangiroa, dort haben wir 4 Tauchgänge gemacht. Auf diesen Fotos sind zur Abwechslung auch mal eine Schildröte, ein Barakkuda und eine Muräne zu sehen, aber nach Rangiroa kommt man primär wegen der Haie. Wie schon geschrieben sind diese Tauchreviere nichts für Anfäger oder Makroliebhaber, wir haben zwar auch Nacktschnecken und viele kleine Riffbewohner gesehen, aber ich hätte das Makro gleich zu Hause lassen können, ich habe es nicht ein einziges Mal montiert.

Damit sind wir mit den Tauchgängen im Tuamotu Archipel durch, zusammengefasst kann man schreiben, das Tauchrevier ist für Liebhaber von Großfischen zu empfehlen, primär Haie. Wir haben natürlich auch Adlerrochen und Mantas gesehen, aber leider habe ich keine guten Bilder davon. Alles in Allem ist die FPM voll zu empfehlen. Wer nach Haien sucht, wird hier fündig. Die Tauchgänge waren anspruchsvoll, d.h. für Anfänger meiner Meinung nach nicht geeignet, aber wenn man mit Strömung zurecht kommt und es schafft bei größerem Wellengang auch wieder in ein Schlauboot zu kommen, dann kann man die FPM vollstens empfehlen. D.h. wir haben ein paar echt geile Tauchgänge gemacht, die ich nicht missen möchte und auf dem Schiff geht einem auch sonst nichts ab.

Von Rangiroa haben wir den Tuamotu Archipel per Flugzeug wieder verlassen und sind nach Tahiti geflogen, von dort dann mit der Fähre nach Moorea. In Moorea haben wir 4 Tauchgänge gemacht, mit der ortsansässigen Top Diver Tauchbasis. Die Basis ist ebenfalls weiter zu empfehlen, es gibt von Top Dive auch die Möglichkeit ein Paket von Tauchgängen in den verschiedenen Archipelen zu buchen, die kann man dann in den jeweiligen Basen einlösen. Das Netz von Top Dive deckt Französisch Polynesien ab, d.h. wenn man nicht die FPM bucht, kann man von Insel zu Insel fliegen und die Tauchgänge mit der Basis vor Ort absolvieren.

Die Spezialität von Moorea sind die Zitronenhaie, wir hatten natürlich gehofft diese hier zu sehen und wurden auch nicht enttäuscht. Auf den Bildern sind wieder unsere ständigen Begleiter, die Schwarzspitzenriffhaie, zu sehen, aber auch die eine oder andere Schildkröte und ein Drückerfisch.

Die eigentlichen Stars von Moorea sind aber die Zitronenhaie, die uns bei den beiden letzten Tauchgängen praktisch begleiteten. Beim letzten Tauchgang waren es drei Verschiedene, wobei ich sogar ein Foto mit zweien gemeinsam geschossen habe.

Zum Größenvergleich ist auf einem Foto auch Eva zu sehen, ich schätze den größten der Drei auf fast 3m Länge, die beiden Anderen waren ein bisschen kleiner.

Am Montag machten Eva und ich einen Ausflug nach Tahiti. Mark, einer der Eigner der FPM, hatte uns auf einen speziellen Tauchgang eingeladen. Wir haben ja schon fast alle Haiarten die hier ansässig sind gesehen, die wirklich großen Haie fehlten uns aber noch, gut wir haben einen Großen Hammerhai gesehen, aber Tigerhaie und Walhaie fehlten uns noch. Dazu muss man sagen, dass Walhaie wahrscheinlich einfacher beim Tauchen zu sehen sind, da sie ja wie Mantas von Plankton leben und auch z.B. in größeren Kanälen zu finden sind, wir hatten aber auch mit Mantas nicht so viel Glück. Tigerhaie leben normalerweise in tieferen Gewässern und kommen nur in flachere Regionen, wenn es etwas zu fressen gibt. Langer Schreibe kurzer Sinn, wir waren zum "Tiger Shark Feeding" eingeladen.

Zuerst haben wir uns noch gefragt, ob es eine gute Idee sei, einen der größten und gefrässigsten Räuber unserer Meere mit Fischkadavern anzulocken, aber als wir das Video gesehen hatten, siegte doch die Neugierde. Man kann natürlich sagen, dass das Anfüttern von Haien die Tiere nicht in Ihrer natürlichen Lebensweise zeigt, wer kommt auf die Idee in die Savanne zu fahren und dort Tierkadaver an Löwen zu verfüttern, nur um sie anzulocken? Das Problem mit den Tigerhaien ist, dass wir als Menschen normalerweise nicht in Ihren natürlichen Lebensraum vordringen, da Tigerhaie tiefer und in der Hochsee vorkommen und dort auch jagen, sieht man bei einem "normalen" Tauchgang kaum einen Tigerhai. Wir fuhren also am Montagmorgen mit der Fähre nach Tahiti und wurden beim Fährterminal vom Tauchboot abgeholt. Der Tauchplatz liegt ca. 15min vom Hafen von Papeete entfernt, in der Nähe des Flughafens. Die Stelle ist ca. 19m tief, wo die Boje verankert ist. Zuerst wurde eine Waschmaschinenetrommel mit Thunfisch versenkt, dann ging einer der beiden Guides Schnorcheln, um nach Tigerhaien Ausschau zu halten. Nach ca. 1,5h zeigte sich dann tatsächlich einer, darauf hin gingen wir alle schnorchelnd ins Wasser, um zu sehen, ob er auch bleibt. Da der Tiger, zeitweise waren es dann auch zwei Exemplare, blieb, machten wir uns für den Tauchgang fertig.

Die Thunfische in der Trommel hatten natürlich auch so ziemlich alle anderen Haie in der Umgebung angelockt, außerdem war die Trommel ständig von einem großen Schwarm kleinerer Rifffische umgeben. Der Tiger war ein Weibchen, also eine "Sie", mit einer Länge von ca. 3,5m. Von Ihr gibt es eine Menge von YouTube Videos, sie ist leicht an der ausgefransten Rückenflosse zu erkennen. Ihr Name ist T54, das zweite Exemplar kannten beide Guides noch nicht, der Tiger war ca. 2,8m lang, also ein bisschen kleiner.

Der erste Tauchgang gestaltete sich relativ einfach, wir tauchen alle an der Bojenleine ab und wurden im Halbkreis um die Tonne plaziert. Dort hielten wir uns an den Felsbrocken fest und versuchten die beiden Tiger im Durcheinander der anderen Haie zu erspähen.

Der zweite Tauchgang war dann nicht mehr so einfach, da die Strömung zugenommen hatte, damit war es nicht mehr einfach gegen die Strömung an unsere Plätze zu kommen, sich dann mit der Strömung im Rücken zu halten und schließlich war der Rückweg mit dem abschließenden Sicherheitsstop, wo wir alle wie Fahnen im Wind in der Strömung hangen, kein Zuckerschlecken.

Die beiden Tiger kamen zeitweise auf einen halben Meter an uns heran, ich habe leider keine besonders guten Fotos geschossen, da wäre mehr drin gewesen, aber durch die Strömung, die Nähe der anderen Taucher und das Durcheinander mit den anderen Haien und Rifffischen, bin ich froh, zumindest ein paar Fotos, wo "Big Mama" alias T54 zu sehen ist, geschossen zu haben.

Wie schon geschrieben ist "Big Mama" ca. 3,5m lang, also ist mit Ihr sicher nicht gut Kirschen essen.

Ok, das war's einmal vom Tauchen hier in Französisch Polynesien, ich werde noch ein paar Fotos vom Intercontiental hier in Moorea machen, die kommen dann in den nächsten Beitrag.


Euer ultrafastfreddy von Moorea, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien

1 Kommentar 14.3.17 17:00, kommentieren

Die ersten Tauchgänge auf der FPM

Liebe Leser,

so wie es aussieht, bleibt Euch mein Blog nicht erspart. Zu unser freudigen Überraschung hat sich herausgestellt, dass es auf der French Polynesia Maters (FPM) nun doch ein WiFi mit Internetzugang gibt. Der ist zwar aus Kostengründen begrenzt, die Satellitenverbindung dürfte einiges kosten, aber mit den 100MB die mir zur Verfügung stehen, sollte ich in der Lage sein, Euch auf dem Laufenden zu halten.

Bora Bora und das Le Meridien haben wir am 1.3.2017 nun verlassen, ein paar Fotos vom Boot aus habe ich noch gemacht.

Nach kurzer Bootsfahrt sind wir dann wieder am Flughafen von Bora Bora angekommen, dem Anlegeplatz vorgelagert ist eine kleine Insel, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Der Flughafen sebst besteht nur aus einem Gebäude, kein Vergleich mit LAX, wo wir innerhalb kürzester Zeit richtig Kilometer gemacht haben.

Die Flugzeuge der Air Tahiti sind alle von einem Typ ATR-42-72, ich habe noch nicht im Internet recherchiert, woher diese Flugzeuge stammen, aber ich habe nur diese gesehen, auch in der Brochure der Air Tahiti ist nur von diesem Typ die Rede.

Ein letzter Blick noch zurück auf Bora Bora, wenn man auf dem Original genau hinseht, kann man unseren Bungalow im Le Meridien entdecken, das geht auf dem kleinen Bild natürlich nicht.

Unser erster und letzter Zwischenstopp war dann in Rangiroa. Von dort werden wir dann nach dem Bootstrip wieder nach Tahiti, genauer gesagt Papetee zurück fliegen, aber noch lagen ja 10 Tage Bootsurlaub vor uns.

Vorgestern haben wir dann auf der French Polyesia Masters (FPM) eingecheckt, der Flug ging, wie schon beschrieben, von Bora Bora aus über Rangiroa nach Fakarava. In Fakarava lag die FPM vor der Marina auf Reede. Ich muss Euch ehrlich gestehen, ich habe ein deutlich kleineres Boot erwartet, die FPM hat 44.8m Länge über alles, 38m Wasserlinienlänge, zum Vergleich die Diamond Class der Heaven Fleet, die wir mehrfach im Roten Meer gebucht haben, hat 37m Länge über alles. Das Schiff ist nach Burea Veritas als Kreuzfahrtschiff klassifiziert, d.h. es ist wahrscheinlich das kleinste zugelassene Kreuzfahrtschiff auf der Welt. Es erfüllt alle Standards, die auch von den wirklich großen Pötten zu erfüllen sind. Das Tauchdeck spielt alle Stückerln, für die UW-Fotografen gibt es einen eigenen Bereich für das Equipment. Die Tanks werden mit auf 32% Sauerstoff angereicherter Luft gefüllt, durch eine Kaskade geht das Füllen innerhalb von Minuten. Zugelassen ist das Schiff für 26 Taucher und 5 Guides, an Bord sind 13 Gäste, d.h. wir haben reichlich Platz. Neben mir fotografieren noch 3 andere Passagiere UW, allerdings mit deutlich aufwendigerem Equipment, alle haben Doppelblitze und Vollformat Nikon Kameras im Einsatz, da komme ich mir mit meiner alten Canon EOS 20D wir ein Bückling vor. Die Drei sind allesamt professionelle Fotografen, Martin einer der drei, der zumindest für das Coverbild der "Unterwasser" von 2017/01 verantwortlich zeichnet, hat über 3000 Tauchgänge, er ist öfter mit uns am Boot, aber Eva und ich haben unseren eigenen Guide, so haben wir unsere Ruhe. Aaron Wong ein Indonesier, hat zumindest ein Buch veröffentlicht, das liegt an Bord auch auf, er wurde eingeladen für die FPM UW-Werbefotos zu schiessen, die Fotos im Buch sind der Hammer, da kann man sich eine Scheibe abschneiden. Der dritte Mattew, ein Amerikaner, hat unter anderem für das XRay-Magazin veröffentlich und lebt auch nur von der Fotografie. Mich würde interessieren, wie die Fotos im Vergleich zu meinen stümperhafen Versuchen ausfallen, wir machen ja die gleichen Tauchgänge, d.h. haben die selben Bedingungen, da gibt es dann keine Ausreden mehr.

Hier kommen ein paar Fotos von der FPM, glaubt mir, das Boot ist wirklich mächtig!

Das Tauchdeck ist sehr geräuming, jeder hat seinen Platz, wo der Tank direkt befüllt wird, das Equipment findet in der Kiste unter der Sitzbank Platz. Die Anzüge hängen quer zur Fahrtrichtung, für alle gut erreichbar. Dahinter ist die Bedientafel für die Nitrox-Anlage.

An der Steuerbordseite, Richtung Bug, liegt der Trockenbereich für die Kameras, meine rote Kiste beherbergt das Gehäuse für die EOS 20D.

Gleich unterhalb des Tauchdecks liegt das Landungsdeck, dort sind während der Fahrt die beiden Beiboote untergebracht, das Rettungsboot hängt dann darüber am Kran.

Steuerbordseitig liegt der Zugang zum Maschinenraum, die Treppe im Vordergrund führt zum Landungsdeck.

Vom Sonnendeck mit Blick zum Heck, kann man das Rettungsboot gut erkennen, hier sind wir auf der Fahrt von der Marina in Fakarava zum ersten Tauchplatz, Fakarava North Pass.

Die Kabinen sind sehr geräuming, zumindest was die Platzverhältnisse auf einem Schiff angehen. An Komfort mangelt es auch nicht, einzig vielleicht die Klimaanlage in den allgemeinen Räumen könnte etwas wärmer eingestellt sein. Ich werde auch ein paar Panoramen machen, wenn sich eine günstige Gelegenheit ergibt.

Am ersten Tag an Bord gab es mehrere Briefings, die Sicherheitsunterweisung mit der obligatorischen Rettungsübung. Da wir erst am späteren Nachmittag an Bord kamen, gab es sonst nicht viel mehr. Wir packten unser Equipment aus, stellten die Ausrüstungen zusammen, wurden in Gruppen eingeteilt und jeder bekam einen Platz am Tauchdeck. Ich bekam die Nummer 13, das kann man nun abergläubisch sehen oder nicht, bis jetzt habe ich hauptsächlich Glück gehabt.

Am zweiten Tag an Bord ging es dann um 06:00 gleich richtig zur Sache, nach einem kurzen Frühstück bestritten wir den ersten Tauchgang. Dieser war am Fakarava North Pass. Fakarava ist ein großes, ca. 60km lang, Atoll, das an der Nord- und Südseite je einen Kanal, hier wird das Pass genannt, hat. Durch diese Kanäle strömt bei Flut das Wasser in die Lagune, bei Ebbe wieder hinaus aufs Meer. Die einwärts Strömung bringt frisches klares Wasser in die Lagune, das auswärts strömende Wasser trägt dann Sedimente und Schwebstoffe mit sich. D.h. generell sind die Tauchgänge mit der einwärts Strömung klarer und biete Sichtverhältnisse weit über 30m, in einem österreichischen See kann es schon mal passieren, dass man keine 30cm weit sieht. In den Kanälen spielt sich dann auch die Action ab, d.h. es gibt hier in Fakarava massenhaft Haie, so viele auf einen Haufen bzw. Schule habe ich noch nie gesehen. Am Abend, wenn das Schiff beleuchtet vor Anker liegt, schwimmen ständig eine große Anzahl von Haien um das Schiff herum, offenbar zeiht sie das Licht an. D.h. auf den Punkt gebracht, hier ist es ur geil!

Hier habe ich Euch eine Auswahl der Fotos von den ersten Tauchgängen in Fakarava gepostet. Die Aufnahmen wurden alle in den beiden Kanälen, Fakarava North Pass und South Pass gemacht, bzw. direkt am Außenriff am Rande der Kanäle.

Ein Napoleon, der noch nicht ganz ausgewachsen ist, da ist die Beule am Hirn deutlich ausgeprägter.

Die beiden Burschen sahen wir auf dem ersten Tauchgang, am Fakarava North Pass.

Diese drei Bilder entstanden aus einer Höhle heraus, die uns vor der Strömung abgeschirmt hat, dort war es richtig geil, wir schätzen, dass da um die 100 Haie den Kanal durchschwommen haben. Das war unser 2. Tauchgang, am Fakarava South Pass.

Den Burschen erwischte ich gegen Ende des 2. Tauchgangs, kurz danach wurde die Strömung so hefitg, dass ich nicht mehr fotografieren konnte, es gab aber eh nichts mehr zu sehen, da alles nur so an uns vorbeiflog, bzw. natürlich bewegten wir uns, die Korallen standen still.

Diese drei Fotos entstanden am Fakarava South Pass beim 3. Tauchgang des ersten Tages.

Zur Abwechslung noch ein Napolen, auch ein jüngeres Exemplar, am Ende des 4. Tauchganges in Fakarava South Pass, dem ersten des 2. Tauchtages.

Der mini Barakkuda Schwarm war am Ende des 4. Tauchganges zu sehen, wenn die Barakkudas dann größer werden, schwimmen sie dann einzeln umher, meine Theorie ist ja, dass der letzte Barakkuda, alle anderen des Schwarms gefressen hat, aber ich bin mir sicher, dieser Theorie stimmt kein Meeresbiologe zu.

Der 5. Tauchgang, der Letzte des 2. Tages begann wieder mit einer Menge von Haien, am Außenriff von Fakarava North Pass, zu dem wir wieder zurück gefahren sind.

Den kleinen Ammenhai habe ich beim Schlafen gestört, er ist dann schliesslich ausgebüchst.

Der Bursche war der Abschluß des 5. Tauchganges am Fakarava North Pass, Außenriff, er kam plötzlich von hinten daher, durch Zufall habe ich ihn noch gesehen und auch noch glücklicherweise ein passables Foto geschossen.

Am Abend des ersten Tages sind wir dann noch in ein kleines Hotel am Fakarava South Pass gefahren, hinter dem Hotel wimmelt es nur so von Haien im seichten Wasser, das Bild ist etwas unscharf, da das Licht nicht mehr so gut war und die Haie natürgemäß nicht still halten.


Euer ultrafastfreddy von der French Polynesia Master, Tuamotu Archipel, Französisch Polynesien

1 Kommentar 3.3.17 19:00, kommentieren

Der letzte Tag auf Bora Bora

Liebe Leser,

heute ist unser definitiv letzter ganzer Tag auf Bora Bora, morgen gegen 10:00 werden wir die Insel Richtung Rangiroa verlassen, von dort geht es dann nach Fakarava weiter, wo wir dann auf der French Polynesia Masters einchecken werden und die kommenden 10 Tage im Tuamoto Archipel verbringen werden. Unsere Tauchausrüstung ist schon verpack, natürlich kam dann heute Morgen unser Adlerrochenpärchen wieder mal vorbei, wahrscheinlich weil sie wussten, dass ich mein Schnorchel-Equipment, wie auch das UW-Gehäuse, schon verpackt habe. Na gut, Adlerrochen haben wir ja wirklich viele gesehen, also nehme ich das gelassen zur Kenntnis. Außerdem begrüßte uns heute Morgen ein netter Regenguß, der dafür verantwortlich war, dass ich wieder keinen Sonnenaufgang fotografieren konnten, respektive wir diesmal um gut eine Stunde später zum Frühstück kamen. Dies war aber alles kein Problem, da wir ja keine Termine mehr haben, bzw. wollten wir um 10:30 zum Turtle Feeding in das Turtle Center gehen, sonst haben wir ja schon fast alles im Hotel gesehen.

Die Turtle Station päppelt Schildkröten wieder auf. In der heutigen Zeit haben es Schildkröten wahrlich nicht einfach, von der Umweltverschmutzung und polynesischer Tradition mal abgesehen, gibt es eine Menge natürlicher Feinde an Land, zu Wasser und in der Luft. Eine ausgewachsene Grüne Meeresschildkröte, die hier am häufigsten anzutreffen ist, legt in ca. 3 Monaten an die 1000 Eier, alle 1,5-2 Wochen ca. 150-200. Davon erleben nur 1 bis 2 die Volljährigkeit mit 25 Jahren, dann kehren die Weibchen wieder an den Strand ihrer Geburt zurück und der Kreislauf beginnt von vorne. Die Schildkröten können 100-150 Jahre alt werden, wenn sie vorher nicht einem ihrer Feinde oder Umwelteinflüssen zum Opfer fallen. Die Liste der Jäger ist lang: Krabben, Hunde, Katzen, Vögel, Raubfische (Tigerhaie knacken auch den Panzer einer richtig großen Schildkröte), bis zum Menschen der aus Versehen (Bootsunfälle) oder aus Tradition (Weihnachen, Neujahr) zum Killer wird.

Hier im Turtle Center werden die Tiere wieder aufgepäppelt, je nach Schwere der Verletzung oder Krankheit verbringen die Tiere hier zwischen ein paar Wochen bis zu einem Jahr. Tier mit nur einer Vorderflosse z.B. benötigen ca. 1 Jahr, bis sie wieder geradeaus schwimmen können, da sie normalerweise nur die Vorderflossen zum Schwimmen, die Hinteren nur zum Steuern verwenden. Bis sie dann gelernt haben, die fehlende Vorderflosse durch die Hintere zu "ersetzen" benötigt es halt langes Training, in der freien Natur, würde sie nicht lange überleben.

Für die Fütterung werden die Schildkröten in kleineren Tanks gehalten, tagsüber kommen sie zu ihrem Auslauf im Becken hinter der Wedding Chappel, wo ich damals auch die erste Schildkröte fotografiert habe. Die Schildkröten werden mit kleinen Fischen, Tintenfischen und Srimps gefüttert, erst wenn sie ca. 20 Jahre alt geworden sind, essen sie nur noch Algen.

Der Vortrag im Turtle Center war wirklich lustig, ich hätte davon ein Video machen sollen, der Typ war echt zum Schreien. Er erklärte alles Wissenswerte mit einer Portion Humor, der echt gut war. So wissen wir nun, dass der Sexualakt zweier Meeresschildkröten ca. 4h dauert, allerdings nur einmal pro Jahr stattfindet. Das man Männlein und Weiblein an der Größe der Krallen unterscheiden kann, die Männlein haben größere, da sie sich eben beim Sexualakt am Weibchen für bis zu 4h festkrallen müssen. Außerdem haben die Männlein einen längeren Schwanz am Hinterteil. Das Geschlecht kann man erst bei Exemplaren, die um die 20 Jahre alt sind, unterscheiden, davor sehen sie praktisch ident aus.

In dem großen Schnittmodel aus Holz, welches er zur Präsentation verwendete, konnte man die Organe der Schildkröten unter dem Panzer betrachten. Einen großen Teil nehmen die Lungenflügel ein, eine Meeresschildkröte im ausgewachsenen Zustand kann bis zu 5h im Schlafen tauchen, bei Aktivität sind es immer noch ca. 25min. Die 4 großen Muskeln für die Flossen nehmen auch relativ viel Platz unter dem Panzer ein. Eine ausgewachsene Schidkröte kann bis zu 25km/h unter Wasser erreichen. Der Eiersack fasst bis zu 300 Tischtennisball große Eier, eine Wirbelsäule liegt gleich unter dem Panzer, an dem Skelett sind die vier Flossen und der Hals mit Kopf angesetzt. Ok, das war ein kleiner Ausflug in Anatomie der Meeresschildkröten, im Vortrag war es echt interessant und vor Allem lustig.

Die Station dient auch dazu kleine Babyschildkröten, die keine großen Überlebenschanchen hätten, durch zu bringen. Die 39 Exemplare, die sich gerade in der Station befinden, wurden am Strand von einem Fischer vor Hunden gerettet, die das Nest entdeckten und die Kleinen zum Fressen gern hatten. Das Video ist zwar nicht besonders gelungen, ohne Polfilter wäre da sowiso nichts gegangen, aber die Kleinen waren so putzig, sodaß ich zumindest den Versuch starten musste.

Gegen Mittag kam ein Rennkatamaran zu Besuch ins Le Meridien, er hat ein paar Hotelgäste als Passagiere zurück gebracht. Das Schauspiel war nur kurz, dann war er wieder weg. Der Katamaran ist unter Sailing Bora Bora zu buchen. Bei dem Wind der heute geht, ist das sicher ein rasantes Vergnügen, der F40 geht wahrscheinlich wie Sau bei dem Wind.

Ok, liebe Leser, das war's für die nächsten 10 Tage, auf der French Polynesia Masters werden wir keinen Internetzugang haben, daher werde ich nichts posten können, danach sind wir noch 5 Nächte in Moorea, dann werde ich versuchen das Versäumte nachzuholen.


Euer ultrafastfreddy aus Bora Bora, Französisch Polynesien

28.2.17 12:30, kommentieren