Mein Weg nach Kona

Tagebuch eines Triathleten
 

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Tauchgang 3 und 4 auf Bora Bora

Liebe Leser,

wie Ihr Euch denken könnt, würde ich gerne mal einen wirklich schönen Sonnenuntergang bzw. Sonnenaufgang auf den Sensor bannen. Ich habe es fast jeden Abend versucht, naturgemäß auch gestern, aber der Berg (Anm. d. Red. der Otemanu) ist im Weg. Jetzt bleiben uns nur noch 3 Abende, dann geht es ja schon weiter auf die French Polynesia Masters. Ich fürchte dort werden wir keinen Internetzugang haben, daher wird es dann voraussichtlich mal 10 Tage Funktstille geben. Meinen bislang letzten Versuch den Sonnenuntgang auf Bora Bora zu fotografieren, werde ich Euch trotzdem nicht vorenthalten.

Na ja, so richtig wird das nichts. Wenn die Sonne dann gerade unter dem Horizont ist, d.h. primär nur noch die Rotanteile des Sonnenlichts durch die Atmosphäre gebeugt werden, ist anscheinen immer auch noch eine Wolke hinter dem Berg am Horizont dafür verantwortlich, dass kein Rotlicht zu sehen ist. Daher habe ich es bis jetzt nicht geschafft, so richtig rot beleuchtete Wolken zu fotografieren. Zumindest die Gelbphase konnte ich diesmal erwischen.

Beim Sonnenaufgang ist es nicht besser, die Sonne geht kruz vor 06:00 auf, der Sonnenaufgang findet allerdings auf der Außenseite des Lagunenrings statt, d.h. wenn ich mir die Mühe mache, auf die andere Seite zum Außenriff zu pilgern, dabei durch eine seichte Stelle im Pazifik warte, komme ich zu einer kleinen vorgelagerten Insel, die müsste ich noch durchqueren, damit ich am Außenriff ankomme. Dort müsste man einen schönen Sonnenaufgang sehen können, allerdings müsste ich ca. um 05:15 losmaschieren, damit ich um ca. 05:45 in Position bin. Wenn dann noch das Wetter mitspielt, d.h. der Horizont nicht durch eine Wolkenbank verdeckt ist, dann könnte ich einen schönen Sonnenaufgang fotografieren. Damit das Bild ein bisschen interessanter wird, habe ich das Fischauge genommen, leider habe ich die Rot-/Gelbphase verpasst, bzw. war sie nicht sonderlich ausgeprägt. Warscheinlich sollte ich mir doch die Mühe machen, den Weg zum Außenriff anzutreten, vielleicht kann ich mich ja morgen früh dazu aufraffen.

Um 08:00 waren wir dann wieder auf der Tauchbasis für unsere nächsten beiden Tauchgänge, die zugleich auch die Letzten hier in Bora Bora sein werden, da das Boot morgen komplett ausgebucht ist. Ja, Ihr habt richtig gelesen, auf dem Schlauboot haben 8 Personen Platz, wenn die belegt sind, geht eben nichts mehr. Zugegeben die Tauchbasis ist wirklich nicht groß, aber ich schätze im Hotel gibt es ca. 60 Oberwaterbungalows und ca. 30 Strandbungalows, d.h. bei Vollbelegung sind sicher ca. 200 Gäste im Hotel. Da kann es dann schon vorkommen, dass eine Tauchbasis mit nur 8 Plätzen auf dem Tauchboot schon mal überbucht ist, wobei das Hotel aktuell sicher nicht voll belegt ist.

Ok, es soll nichts Schlimmeres passieren, auf der French Polynesia Masters kommen wir noch ausgiebig zum Tauchen, die ersten beiden Tauchgänge hier waren ja nicht besonders, der 3. hatte allerdings schon mehr zu bieten. Leider kam der erste Hai zu früh, ein kleiner ca. 1,5m Schwarzspitzenriffhai, da hatte ich die Kamera noch nicht schussfertig und schon war er wieder weg. Der Chef war heute mit uns persönlich unterwegs, mit einer Einheimischen von der Hauptinsel, die wir vorher noch abgeholt haben. Er kümmerte sich hauptsächlich um sie, so tauchten Eva und ich vor den Beiden ab und da war eben der kleine Hai, der sich aber sofort wieder vertschüsst hat. Zumindest ein paar Fische sahen wir diesmal, sonst passierte nicht viel. Als dann der Chefbegleitung die Luft ausging, tauchte er mit ihr wieder auf und ließ uns zurück. Wir machten dann noch die Stunde voll und waren gerade beim Auftauchen, ja Ihr habt richtig gedacht, ich hatte meine Kamera schon abgedreht, den Blitz verstaut, da kam ein größerer Zitronenhai des Weges, den schätzte ich auf ca. 2m. Natürlich blieb auch der nicht lange genug, um die Kamera wieder bereit zu machen, also setzten Eva und ich unseren Aufstieg fort. Zu guter letzt kam noch ein kleiner, ca. 1m, Schwarzspitzenhai zum Ankerplatz, der drehte jedoch auch gleich wieder ab. D.h. wir haben zwar 3 Haie gesehen, aber ich konnte kein einziges Foto machen, na ja, das kann natürlich passieren.

Zwischen den beiden Tauchgängen passierten wir einen Korallenstock, der öfter von einem Manta besucht wird. Der Chef wies uns an, bereit zu sein, damit wir schnell ins Wasser springen können, wenn er den Manta gesichtet hat. Tatsächlich war der Manta da, also gingen wir kurz schnorcheln.

Naturgemäß ist das nicht mein bestes Mantafoto, da hatte ich auf Gan vor 12 Jahren deutlich bessere Gelegenheiten, aber zumindest ist der Bursche darauf ganz gut erkennbar. Aus mir unerfindlichen Gründen hatte meine Kamera allerdings JPEG-Dateien statt des CDR-Formats gespeichert, daher konnte ich das Bild auch nicht signifikant verbessern. Ok, der Manta ist sicher einige Meter unter mir, ohne Blei konnte ich mit dem 5mm Anzug auch nicht abtauchen, also blieb nur die Möglichkeit den Manta aus der Vogelperspekive abzulichten. Größenmäßig schätze ich den Burschen auf ca. 3,5m Spannweite, das Schnorchelintermezzo dauerte nur ein paar Minuten, dann ging es weiter zum Tauchplatz unseres 4. und letzten Tauchgangs hier in Bora Bora.

Eva und ich haben ja schon einiges gesehen, wir tauchen ja auch sohon etwas länger, bei mir sind es mittlerweile 27 Jahre, davon fotografiere ich seit 12 Jahren mit meiner Canon 20D. Wir hatten uns ja nicht besonders viel erwartet, die ersten 3 Tauchgänge waren ja nicht die absoluten Heuler, aber der 4. hatte es trotzdem in sich. Gleich nach dem Abtauchen passierte nicht viel, der Chef kam mit seiner Begleitung nach ca. 5min nach, dann schwammen wir auf einer größeren Sandfläche auf 16m Wassertiefe ins Nichts. Er hatte zwar gemeint, wenn wir Glück haben, sehen wir vielleicht ein paar Adlerrochen. Die geneigten Leser unter Euch wissen vielleicht noch, dass ich seit ich am 2. Tag den kleinen Adlerrochen vor dem Bungalow gesehen habe, diesen bis jetzt nicht fotografieren konnte. Also erwartet ich mir auch diesmal nicht zu viel. Aber zum Glück wurden wir eines Besseren belehrt.

Wie Ihr auf dem Bild vielleicht erkennen könnt, sahen wir eine Gruppe von 14 ausgewachsenen Adlerrochen, die schwammen dort im Kreis und warteten brav auf uns. Das Schauspiel dauerte ein paar Minuten, dann entschlossen sie sich für den Abflug, der zum Glück direkt an uns vorbei führte. Ich muss mich für die Qualität des Bildes entschuldigen, die Kamera hat wieder nur JPG-Dateien gespeichert, außerdem waren die Rochen mindestens 10m weit weg, auf 16m Wassertiefe, da gibt es halt nur noch blaues Licht. Da ich keinen Orangefilter habe, normalerweise kann ich mir bei einem Raw-Format Foto mit dem Weißabgleich ein bisschen helfen, was hier aufgrund des JPG-Formates nicht ging, somit fehlen halt so ziemlich alle Farben. Die Rochen waren allerdings ganz schon groß, den Größten schätze ich auf ca. 3m Spannweite. D.h. Eva und ich waren wieder mit den Tauchplätzen auf Bora Bora versöhnt, so große und vor allem so viele Adlerrochen auf einmal, haben wir bisher auch noch nicht gesehen.

Danach ging es wieder zurück zum Anlegeplatz des Bootes, in der Zwischenzeit kam ein weiteres Boot, allerdings nur mit Schnorchlern, die kurz darauf das Wasser durchpflügten. Auf 5m tümplelten wir dann so rum, als das nächstes Highlight auf uns, im wahrsten Sinne des Wortes, zu kam.

Ja, das ist ein Barakkuda und was für einer. Ich schätze ihn auf fast 1.5m Länge, der war richtig mächtig. Die Einzelgänger sind eigentlich unberechenbar, es gibt kaum einen unangenehmeren Zeitgenossen im Meer, als so einen großen Barakkuda. Im Navy Survival Handbook ist der Barakkuda als das gefährlichste Meerestier eingestuft, offenbar gibt es bei der US-Navy mehr Unfälle durch Barakkuda Angriffe als durch Haie. Der Bursche war auch ziemlich unbeeindruckt von den Schnorchlern und uns, er schwamm ungestört zwischen allem durch. Zum Glück für uns, ließ er uns nahe genug heran, um ein paar Fotos zu schießen, diesmal wieder mit Blitz und auch im Raw-Format. Keine Ahnung, was die Kamera dazwischen gemacht hat, ich hoffe ich finde es heraus und kann das abstellen.

Ok, das war es von heute, morgen mache ich vielleicht wirklich mal die Mühe, den Sonnenaufgang am Außenriff zu fotografieren.


Euer ultrafastfreddy aus Bora Bora, Französisch Polynesien

26.2.17 17:00

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marion (28.2.17 09:38)
Lieber Manfred,
du solltest nicht so selbstkritisch sein. Die Fotos sind spektakulär, besonders die mit den 14 Adlerrochen und natürlich der Barakkuda aber auch alle anderen, sind für mich, die Bora Bora wahrscheinlich nie live sehen wird, einfach nur sensationell. Speziell die Hochzeitfotos sind wie aus einem Reiseprospekt. Also wirklich, genieße die Zeit dort und mache dir nicht so viel Gedanken um Perfektion. Obwohl ein paar Haifotos wären nicht schlecht
In diesem Sinne, noch gut abtauchen. Marion

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