Mein Weg nach Kona

Tagebuch eines Triathleten
 

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Die weiteren Tauchgänge in Französich Polynesien

Liebe Leser,

leider hatte ich mein Guthaben von 100MB gleich beim ersten Login verbraucht, ich war so intelligent meinen Blogeintrag zu überprüfen, dabei hat meine Workstation leider im Hintergrund begonnen, das Schildkrötenvideo zu laden, das ist 127MB groß. D.h. nach dem ersten Login war dann gleich wieder Schluß mit Internet auf der FPM. Ich hätte natürlich weiteren Traffic kaufen können, aber der Preis war wirklich nicht von schlechten Eltern, was durchaus verständilich ist, da ja alles über einen Satellitenverbindung geht, der Provider läßt sich diese sicher ordentlich bezahlen.

D.h. mittlerweile sind wir schon 3 Tage in Moorea, leider hatte ich bis jetzt auch nicht so wirklich Zeit den Blog fortzusetzen, wir sind an 2 Tagen hier in Moorea tauchen gegangen und einen Tag waren wir in Tahiti, aber zuerst möchte ich noch die Tauchgänge, die wir im Tuamotu Archipel gemacht haben, erwähnen.

Unsere Route mit der FPM führte von Fakarava nach Rangiroa, quer durch den Tuamotu Archipel. Dieser ist der älteste Archipel von Französich Polynesien. D.h. hier gibt es keine Berge, wie auf den Vulkaninseln der jüngeren Generation, hier sind nur noch die Atolle über. Vergleichbar mit den Malediven, fuhren wir also von Atoll zu Atoll. Nach Fakarava ging es nach Kauehi, dort machten wir 8 Tauchgänge. Die Action spielt sich hier immer in den "Pässen" ab, d.h. das sind die Kanäle, die den Atollring durchbrechen, dort strömt das Wasser bei Flut ins Atoll und bei Ebbe wieder hinaus. Je nach Größe des Atolls und der Breite des Passes ist die Strömung entsprechend ausgeprägt. In Fakarava war der North Pass relativ breit, dafür ist das Atoll auch sehr groß, Kauehi ist deutlich kleiner, die Pässe aber auch enger, d.h. die Strömung war bei einigen Tauchgängen ganz schön heftig. Die klareren Sichtbedingungen sind immer bei einwärts stömenden Wasser, also bei Flut. Bei Ebbe stömt das Wasser auswärts und nimmt Sedimente mit, das hat natürlich Auswirkung auf die Sichtweiten unter Wasser. Bei Einwärtsströmung gingen die Driftdives meistens mit der Strömung ins Atoll, d.h. man beginnnt am Außenriff, in der Nähe des Passes, lässt sich bis zum Eingang des Passes treiben, versucht dann möglichst lange am Eingang des Passes zu verweilen, das ist der anstrengende Teil, da man sich versucht am Boden an einem Felsblock fest zu halten, um z.B. die "Wall of Sharks" zu beobachten. Fotografieren ist da natürlich nicht so einfach, da ich leider nur 2 Hände habe, eine benötige ich zum Auslösen der Kamera, die Andere zum Festhalten, damit ist es ein Problem die Kamera gegen die Strömung mit nur einer Hand auszurichten, da mein Blitzarm ca. 1m lang ist, damit der Blitz von der Seite die Szenerie beleuchtet, um möglichst wenig Schwebeteilchen zu beleuchten. Da der Pass am Außenriff meistens auch noch relativ tief ist und man gegen die Strömung kämpfen muß, ist das natürlich auch ein Thema des Gasverbrauchs. Es hat auch Tauchgänge gegeben, da konnte ich kein einziges Foto machen, da ich die Kamera nicht gegen die Strömung halten konnte. Um die Ausführungen abzukürzen, als Anfänger ist man bei diesen Tauchplätzen leicht überfordert und ohne Nitrox wären die Tauchgänge deutlich kürzer ausgefallen, da wir ja nur Nullzeittauchgänge machten.

Ok, dann kommen hier einmal ein paar Fotos von den 8 Tauchgängen in Kauehi.

Wie Euch vielleicht aufgefallen ist, habe ich hauptsächlich Haie fotografiert, kein Wunder, so viele Haie wie auf diesen Tauchgängen habe ich auch noch nie gesehen. Wie wir hier in Moorea dann erfahren haben, sind Haie und Schildkröten in ganz Polynesien geschützt, das wird auch schon den Kindern in der Schule unterrichtet, damit versucht man einen Sinneswandel in der Bevölkerung herbei zu führen und ein Bewusstsein für den Naturschutz und die Artenvielfalt in den Meeren zu schaffen.

Nach Kauehi ging es weiter nach Toau. dort haben wir 6 Tauchgänge gemacht. Auch dort haben wir hauptsächlich Haie gesehen, neben Barakkudas als Einzelgänger. Zur Abwechslung habe ich auch Schiffshalter, die uns ständig auf der Suche nach einem neuen Wirt begleiteten auch hin und wieder einen Kofferfisch abgelichtet. Da ich immer das Weitwinkel montiert hatte, konnte ich eigentlich kaum etwas Anderes fotografieren. Entweder man kommt nahe genug heran oder das Motiv muss entsprechend groß sein.

Wir haben auch relativ viele verschiedene Haiarten gesehen, neben den klassischen Schwarzspitzenriffhaien, Grauhaie, Schwarzflossenhaie, Seidenhaie, Silberspitzenriffhaie, Ammenhaie, Zitronenhaie und einen großen Hammerhai.

Nach Toau ging es nach Apataki, dort haben wir nur 2 Tauchgänge gemacht. Die Fotoausbeute war eher gering, da der erste Tauchgang am Außenriff bei Auswärtsströmung stattfand, da haben wir zwar auch viel gesehen, aber ich habe kein gutes Foto geschossen, außer den Wimpelfischen.

Das zweite Foto ist dann bei Einwärtsströmung entstanden und ist eher ein Suchbild, d.h. die Frage lautet: "Wie viele Haie sind auf dem Foto?". Das Foto habe ich im Vorbeiflug aus der Hüfte geschossen, die Strömung war derart extrem, dass ein kontrolliertes Foto unmöglich war, ich habe einfach mehrfach abgedrückt und gehofft, dass man was erkennen kann.

Hier kommt die Auflösung für das Suchbild, es sind fast 40 Haie auf dem Bild, ich habe 37 Schwanzflossen gezählt und dabei vorausgesetzt, dass jeder Hai genau eine Schwanzflosse hat.

Die letzte Station war dann Rangiroa, dort haben wir 4 Tauchgänge gemacht. Auf diesen Fotos sind zur Abwechslung auch mal eine Schildröte, ein Barakkuda und eine Muräne zu sehen, aber nach Rangiroa kommt man primär wegen der Haie. Wie schon geschrieben sind diese Tauchreviere nichts für Anfäger oder Makroliebhaber, wir haben zwar auch Nacktschnecken und viele kleine Riffbewohner gesehen, aber ich hätte das Makro gleich zu Hause lassen können, ich habe es nicht ein einziges Mal montiert.

Damit sind wir mit den Tauchgängen im Tuamotu Archipel durch, zusammengefasst kann man schreiben, das Tauchrevier ist für Liebhaber von Großfischen zu empfehlen, primär Haie. Wir haben natürlich auch Adlerrochen und Mantas gesehen, aber leider habe ich keine guten Bilder davon. Alles in Allem ist die FPM voll zu empfehlen. Wer nach Haien sucht, wird hier fündig. Die Tauchgänge waren anspruchsvoll, d.h. für Anfänger meiner Meinung nach nicht geeignet, aber wenn man mit Strömung zurecht kommt und es schafft bei größerem Wellengang auch wieder in ein Schlauboot zu kommen, dann kann man die FPM vollstens empfehlen. D.h. wir haben ein paar echt geile Tauchgänge gemacht, die ich nicht missen möchte und auf dem Schiff geht einem auch sonst nichts ab.

Von Rangiroa haben wir den Tuamotu Archipel per Flugzeug wieder verlassen und sind nach Tahiti geflogen, von dort dann mit der Fähre nach Moorea. In Moorea haben wir 4 Tauchgänge gemacht, mit der ortsansässigen Top Diver Tauchbasis. Die Basis ist ebenfalls weiter zu empfehlen, es gibt von Top Dive auch die Möglichkeit ein Paket von Tauchgängen in den verschiedenen Archipelen zu buchen, die kann man dann in den jeweiligen Basen einlösen. Das Netz von Top Dive deckt Französisch Polynesien ab, d.h. wenn man nicht die FPM bucht, kann man von Insel zu Insel fliegen und die Tauchgänge mit der Basis vor Ort absolvieren.

Die Spezialität von Moorea sind die Zitronenhaie, wir hatten natürlich gehofft diese hier zu sehen und wurden auch nicht enttäuscht. Auf den Bildern sind wieder unsere ständigen Begleiter, die Schwarzspitzenriffhaie, zu sehen, aber auch die eine oder andere Schildkröte und ein Drückerfisch.

Die eigentlichen Stars von Moorea sind aber die Zitronenhaie, die uns bei den beiden letzten Tauchgängen praktisch begleiteten. Beim letzten Tauchgang waren es drei Verschiedene, wobei ich sogar ein Foto mit zweien gemeinsam geschossen habe.

Zum Größenvergleich ist auf einem Foto auch Eva zu sehen, ich schätze den größten der Drei auf fast 3m Länge, die beiden Anderen waren ein bisschen kleiner.

Am Montag machten Eva und ich einen Ausflug nach Tahiti. Mark, einer der Eigner der FPM, hatte uns auf einen speziellen Tauchgang eingeladen. Wir haben ja schon fast alle Haiarten die hier ansässig sind gesehen, die wirklich großen Haie fehlten uns aber noch, gut wir haben einen Großen Hammerhai gesehen, aber Tigerhaie und Walhaie fehlten uns noch. Dazu muss man sagen, dass Walhaie wahrscheinlich einfacher beim Tauchen zu sehen sind, da sie ja wie Mantas von Plankton leben und auch z.B. in größeren Kanälen zu finden sind, wir hatten aber auch mit Mantas nicht so viel Glück. Tigerhaie leben normalerweise in tieferen Gewässern und kommen nur in flachere Regionen, wenn es etwas zu fressen gibt. Langer Schreibe kurzer Sinn, wir waren zum "Tiger Shark Feeding" eingeladen.

Zuerst haben wir uns noch gefragt, ob es eine gute Idee sei, einen der größten und gefrässigsten Räuber unserer Meere mit Fischkadavern anzulocken, aber als wir das Video gesehen hatten, siegte doch die Neugierde. Man kann natürlich sagen, dass das Anfüttern von Haien die Tiere nicht in Ihrer natürlichen Lebensweise zeigt, wer kommt auf die Idee in die Savanne zu fahren und dort Tierkadaver an Löwen zu verfüttern, nur um sie anzulocken? Das Problem mit den Tigerhaien ist, dass wir als Menschen normalerweise nicht in Ihren natürlichen Lebensraum vordringen, da Tigerhaie tiefer und in der Hochsee vorkommen und dort auch jagen, sieht man bei einem "normalen" Tauchgang kaum einen Tigerhai. Wir fuhren also am Montagmorgen mit der Fähre nach Tahiti und wurden beim Fährterminal vom Tauchboot abgeholt. Der Tauchplatz liegt ca. 15min vom Hafen von Papeete entfernt, in der Nähe des Flughafens. Die Stelle ist ca. 19m tief, wo die Boje verankert ist. Zuerst wurde eine Waschmaschinenetrommel mit Thunfisch versenkt, dann ging einer der beiden Guides Schnorcheln, um nach Tigerhaien Ausschau zu halten. Nach ca. 1,5h zeigte sich dann tatsächlich einer, darauf hin gingen wir alle schnorchelnd ins Wasser, um zu sehen, ob er auch bleibt. Da der Tiger, zeitweise waren es dann auch zwei Exemplare, blieb, machten wir uns für den Tauchgang fertig.

Die Thunfische in der Trommel hatten natürlich auch so ziemlich alle anderen Haie in der Umgebung angelockt, außerdem war die Trommel ständig von einem großen Schwarm kleinerer Rifffische umgeben. Der Tiger war ein Weibchen, also eine "Sie", mit einer Länge von ca. 3,5m. Von Ihr gibt es eine Menge von YouTube Videos, sie ist leicht an der ausgefransten Rückenflosse zu erkennen. Ihr Name ist T54, das zweite Exemplar kannten beide Guides noch nicht, der Tiger war ca. 2,8m lang, also ein bisschen kleiner.

Der erste Tauchgang gestaltete sich relativ einfach, wir tauchen alle an der Bojenleine ab und wurden im Halbkreis um die Tonne plaziert. Dort hielten wir uns an den Felsbrocken fest und versuchten die beiden Tiger im Durcheinander der anderen Haie zu erspähen.

Der zweite Tauchgang war dann nicht mehr so einfach, da die Strömung zugenommen hatte, damit war es nicht mehr einfach gegen die Strömung an unsere Plätze zu kommen, sich dann mit der Strömung im Rücken zu halten und schließlich war der Rückweg mit dem abschließenden Sicherheitsstop, wo wir alle wie Fahnen im Wind in der Strömung hangen, kein Zuckerschlecken.

Die beiden Tiger kamen zeitweise auf einen halben Meter an uns heran, ich habe leider keine besonders guten Fotos geschossen, da wäre mehr drin gewesen, aber durch die Strömung, die Nähe der anderen Taucher und das Durcheinander mit den anderen Haien und Rifffischen, bin ich froh, zumindest ein paar Fotos, wo "Big Mama" alias T54 zu sehen ist, geschossen zu haben.

Wie schon geschrieben ist "Big Mama" ca. 3,5m lang, also ist mit Ihr sicher nicht gut Kirschen essen.

Ok, das war's einmal vom Tauchen hier in Französisch Polynesien, ich werde noch ein paar Fotos vom Intercontiental hier in Moorea machen, die kommen dann in den nächsten Beitrag.


Euer ultrafastfreddy von Moorea, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien

14.3.17 17:00

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marion (16.3.17 07:16)
Hallo Mani, ausgezeichnete Haifotos. Unglaublich wie viele sich da herumtreiben. Freut mich, dass ihr nicht mit dem Futter verwechsel wurdet. Von T54 habe ich schon einmal in einer Doku was gesehen, da wollten sie herausfinden, welcher Hai für die vielen Angriffe verantwortlich ist. Die Big Mama war´s nicht . Auf jeden Fall bewundere ich euren Mut und danke für diese beeindruckenden Bilder
Servus

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