Mein Weg nach Kona

Tagebuch eines Triathleten
 
 

Maledives Masters, TG 12-14

Liebe Leser,

Halbzeit auf der Maldives Masters war erreicht, am 6. Tag standen wieder 3 Tauchgänge am Programm. Der erste Tauchgang war am Manta Point, der 2. ein typischer Strömngstauchgang im Kanal. Dann folgte die Überquerung zum nächsten Atoll, das wir dann noch am Nachmittag mit einem gemütlicheren Rifftauchgang einweihten.

Gleich beim Abtauchen zum ersten Tauchgang, am Manta Point, begegneten wir einem Bullenhai. Er war nicht besonders groß, ca. 2,5m, aber doch eine Attraktion. Leider bedeutete dies, dass keine Mantas kommen sollten. Wenn ein Bullenhai in der Nähe ist, kommen keine Mantas. So war es dann auch, der Bullenhai am Anfang, war auch die einzige Attraktion dieses Tauchgangs. Das Foto ist zwar grottenschlecht, aber man kann den Hai zumindest darauf erkennen. Wenn man mehr mit Bullenhaien tauchen möchte, böten sich die Bahamas an, hier auf den Malediven hätte ich nie damit gerechnet, einen Bullenhai zu sehen.

Der 2. Tauchgang war "business as usual", im Blauwasser abtauchen, an der Riffkante im Kanaleingang mit dem Strömungshaken einhaken und warten. Als wir, mehr als 20 Taucher, dort ankamen, waren ein paar Graue Riffhaie zu sehen. Nachdem die Nullzeit bis auf 5min geschmolzen war, hakten sich die ersten aus und trieben mit der Strömung in den Kanal. Andere wiederum stiegen auf und versuchten gegen die Strömung ins Blauwasser zu schwimmen. Als dann Eva und ich nur mehr alleine waren, wechselten wir unsere Position, wir hakten uns ein paar Meter weiter hinten und damit seichter wieder ein und warteten weiter. Dies war die beste Entscheidung für diesen Tauchgang, kaum waren wir ein paar Minuten alleine, kamen die gleichen Haie, die zuerst noch in relativ weiter Entfernung vorbeischwammen, bis auf wenige Meter zu uns heran.

Beide Fotos entstanden so, da ich ja noch immer das Weitwinkel montiert hatte, muss der eine neugierige Hai auf ca. 3m zu uns heran gekommen sein. Aber die eigentliche Attraktion kam noch.

Eva war ca. 2m neben mir eingehakt, als sie mich an der Flosse schüttelte, um mich auf einen Stachelrochen aufmerksam zu machen, der hinter uns angeflogen kam. Der Rochen schwamm zwischen uns hindurch, was mich doch sehr gewundert hatte, war doch genug Platz auf dem Riff. Links oben im Bild ist die Leine des Strömungshaken von Eva erkennbar.

So schnell wie er kam, verschwand er auch wieder. Wie man an der Verzerrung der beiden Bilder erkennen kann, war der Rochen nur ca. einen halben Meter von uns entfernt, er passte genau zwischen uns hindurch.

Der dritte Tauchgang des Tages war dann gemütlicher. Er begann später, da wir ja in der Zwischenzeit nach dem Essen das Atoll gewechselt hatten, mit einem Drift am Aussenriff entlang und endete an der Spitze des Riffes, das eine Ecke zu einem Kanal bildete. Am Aussenriff war die Sicht gut, da habe ich mit dem Weitwinkel diese Anemone mit Clownfisch aufgenommen. Normalerweise würde ich für so eine Aufnahme das Makro nehmen, aber mit dem Weitwinkel ging es auch. Die Sicht verschlechterte sich dann rapide genau an der Ecke, als wir in den Kanal schwammen. Dann waren sehr viele Schwebeteilchen bzw. Sedimente im Wasser. Das Riff war an dieser Stelle auch komplett kaputt, ob das eine Auswirkung der Korallenbleiche oder einfach der Strömung bzw. den Wellen zuzuschreiben war, kann ich nicht sagen.

Für die Nacht war wieder Walhai schauen angesagt, diesmal kam schon bald ein Walhai zum Heck des Bootes und fraß das angesammelte Plankton. Man konnte schnorcheln oder eben das Treiben vom Heck des Bootes aus beobachten. Die Fotos im Wasser wären wahrscheinlich nichts geworden, daher entschloss ich mich trocken zu bleiben.

Der nächste Tauchgang in diesem Atoll wird dann wieder in einem Kanal sein und dann wechseln wir das Atoll wieder, es geht weiter Richtung Male.


Euer ultrafastfreddy von der Maldives Masters, Malediven

12.3.18 17:19, kommentieren

Maledives Masters, TG 10-11

Liebe Leser,

leider wurde die Qualität meiner Fotos nicht besser. Die Bedingungen waren immer noch die selben, die Sicht war teilweise nicht sehr gut, die Haie kamen auch nicht näher und so kam Eines zum Anderen. Ich bemühte mich natürlich verschiedene Einstellungen aus zu probieren. Mal ohne mal mit Blitz zu fotografieren. Ohne Blitz erscheinen die Bilder zumindest klarer und schärfer, da die Schwebeteilchen nicht angeleuchtet werden, dafür fehlen einfach die Farben. Bei einem oder mehreren Haien im Blauwasser ist das kein so großes Problem, aber so richtig bin ich mit den Fotos nicht zufrieden. Ich habe auch bei den Haien an der Riffkante beim Eingang des Kanals ein paar Fotos mit Blitz gemacht. Was in Französich Polynesien ganz gut funktionierte, geht hier aufgrund der Sicht nicht gut. D.h. langer Schreibe kurzer Sinn, ohne Blitz machen die Fotos, für Motive die sich mehr als 3m von der Kamera entfernt befinden, mehr her.

Auf diesem Foto ist einerseit der kleine Riffhai im Vordergrund auf dem Sand liegend, im Hintergrund ist ein Schwarm Barakudas. Auf rund 30m fehlt natürlich der Rotanteil im Licht, daher hilft hier der Weißabgleich nur bedingt, ein Filter würde helfen.

Die Schildkröte war dann im Kanal auf dem Riff am Rande, nachdem wir unsere Zeit in der Stömung an der Riffkante zum Eingang des Kanals abgewartet hatten, ging es mit der Strömung in den Kanal. Beide Tauchgängen fanden im gleichen Kanals statt, beim zweiten Tauchgang war die Strömung stärker, da schafften wir den Anschluß an das Riff am Rand des Kanals nicht und schwammen im Kanal zurück, daher gab es nicht viel zu sehen.

Das zweite Foto habe ich doch glatt verwackelt. Bei einer Belichtungszeit von 1/250s muss das mal gelingen, wahrscheinlich lag es daran, dass ich der Schildkröte gegen die Strömung folgen musste, das war nicht so einfach.

Die restlichen Fotos stammen von der Riffkante am Eingang des Kanals. Es waren teilweise mehr als 30 Haie zu sehen, auf den letzten beiden Bilder könnt Ihr sie zählen, ich habe aber nicht alle auf das Bild gebracht.

Nach dem 2. Tauchgang wurde der Anker gelichtet und eine ca. 7h lange Bootsfahrt stand an. Wir fuhren nun gegen Norden ins Nacbbaratoll. Dabei hatten wir die größte Distanz zwischen 2 Atollen auf den Malediven zu überwinden. In diesem Kanal war es zweitweise etwas ruppig, da das Boot ja nur ca. 37m hat, merkte man den Seegang deutlich. Also stampften und schlingerten wir dem nächsten Atoll entgegen.

Für Morgen waren die nächsten Tauchgänge am Manta Point des neuen Atolls geplant, wir hofften auf gute Sicht und viele willige Mantas.


Euer ultrafastfreddy von der Maldives Masters, Malediven

12.3.18 17:13, kommentieren

Maledives Masters, TG 7-9

Liebe Leser,

mittlerweile war ich am verzweifeln, die Tauchgänge waren ganz OK, wir sahen einiges an Großfischen, aber ich war offenbar nicht in der Lage, gute Fotos zu machen. Ich habe bei jedem Tauchgang mit dem Weitwinkel fotografier, d.h. umgerechnet mit Crop-Faktor von 1,6 für den APSC-Sensor, komme ich auf 16-35mm. Das bedeutet aber, dass ich nahe an die Motive heran muss, wenn ich sie formatfüllend ablichten möchte. Das muss ich sowieso, da sonst der Blitz keinen Sinn macht. Rotes Licht wird im Wasser schon nach ca. 5m fast komplett absorbiert. D.h. wenn ich 2,5m vom Motiv entfernt bin, wirkt der Blitz nicht mehr. Da wäre es dann besser z.B. einen Rotfilter zu verwenden und gar nicht zu blitzen. Das nächste Problem ist die teilweise bescheidene Sicht. Gerade bei den Strömungstauchgängen mit Atoll einwärts strömenden Wasser, sollte die Sicht bedeutend besser sein. Die Schwebeteilchen werden natürlich vom Blitz auch teilweise von vorne angeleuchet, obwohl ich einen ca. 1m langen Blizarm verwende. Aber wenn die Sicht nicht passt, geht es halt nicht besser.

Dieses Foto ist ein Beispiel für eine Aufnahme auf ca. 25m, ohne Blitz mit einem Grauen Riffhai, der nicht näher kommen wollte. Mit dem Weißabgleich ist da normalerweise nicht mehr viel zu retten, ein Rotfilter würde es besser machen, aber leider kann ich bei meinen Objektiven keine Filter montieren. Beim Weitwinkel benötige ich eine 4 Dioptrien Vorsatzlinse, damit ich überhaupt mit dem Domport Fotos unter Wasser machen kann und bei der Eingangslinse zur Kamera gibt es auf meinem Objektiv keinen Filterschacht. Daher bleibt nur die Nachbearbeitung und das Ergebnis ist leider nicht überrzeugend.

Dieses Foto ist ein Beispiel für eine Aufnahme auf ca. 25m, diesmal mit Blitz von einem Grauen Riffhai, der ebenfalls nicht näher kommen wollte. Durch die Schwebeteilchen im Wasser wird einiges Licht vom Blitz reflektiert, der Weißabgleich rettet zumindest einen Teil der Farben des Hais, wenn man bei Grau von Farbe sprechen kann, aber das Meer ist nicht so schön tiefblau, wie es eigentlich sein sollte.

Die Schildkröte passt zumindest farblich, leider ist das Riff im Hintergrund, wenn sie frei schwimmend im Blauwasser aufgenommen wäre, würde das Bild besser aussehen. Da hat zumindest die Entfernung zum Motiv gepasst, wenngleich das auch nur ein zufälliger Schnappschuß im vorbeifliegen durch die Strömung war.

Der letzte Tauchgang des Tages bot etwas Besonderes. Direkt bei Kooddoo Airport liegt eine Fischfabrik am Meer. Wir sind dort an Board der Maldives Masters gegangen. Die Abfälle der Fischfabrik wurden direkt vor der Fabrik ins Meer geworfen. Dies hat anscheinden Hochseehaie angelockt, die sich dort anscheinend immer am Nachmittag für einen Imbiss versammeln. Der Tauchplatz wird deshalb mittlerweile "Kooddoo Spinning Sharks" genannt, weil die Haie dort ihre Kreise ziehen, mit oder ohne Taucher. Wir hatten leicht Atolleinwärts stömendes Wasser, d.h. wir hofften auf gute Sicht, leider war das Gegenteil der Fall. Die Sicht war eigentlich sehr schlecht, die Haie kamen aus dem Nichts, ich hatte keine Zeit die Bahn eines Hais länger zu verfolgen und dann einen geeigneten Zeitpunkt für das Foto zu wählen. Es waren eigentlich immer nur Schnappschüsse und Zufallstreffer. Die Haie tauchten aus dem Nichts auf und verschwanden Sekunden später wieder. Dazu kamen mehr als 20 Taucher dazu, die alle mehr oder weniger unkoordiniert durcheinander schwammen. Jeder hoffte eine Hai zu sehen oder zu fotografieren bzw. zu filmen. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob sich der Aufwand eine Spiegelreflex ins Gehäuse zu packen noch lohnt. Fast jeder Taucher hat eine GoPro im Einsatz und ich bin mir nicht sicher, wer die besseren Fotos bisher gemacht hat. Natürlich ist da auch viel Aussschuß dabei, aber wenn ich mir so meine Ausbeute ansehe, bin ich echt am überlegen ob so eine GoPro doch eine Alternative wäre.

Die letzte Nacht und auch diese Nacht, haben wir am Ankerplatz die Scheinwerfer am Heck des Bootes eingeschalten, damit wird Plankton angelockt, welches wiederum einen Walhai anlocken soll. Diesen können wir schnorchelnderweise dann in der Nacht beim fressen beobachten, vorausgesetzt es kommt einer. Eva und ich haben sich auf jeden Fall auf die Liste setzen lassen, damit wir, sollte ein Walhai auftauchen, geweckt werden. Alberto meinte, normalerweise sammelt sich in ein paar Stunden genug Plankton an und mit ein bisschen Glück sieht auch ein Walhai die Lichter und kommt fressen. Letzte Nacht blieb er aus, vielleicht kommt er ja diese Nacht.

Wie schon an früherer Stelle bemerkt, die Hoffnung stirbt zuletzt.


Euer ultrafastfreddy von der Maldives Masters, Malediven

1 Kommentar 9.3.18 15:26, kommentieren