Mein Weg nach Kona

Tagebuch eines Triathleten
 
 

Maledives Masters, TG 7-9

Liebe Leser,

mittlerweile war ich am verzweifeln, die Tauchgänge waren ganz OK, wir sahen einiges an Großfischen, aber ich war offenbar nicht in der Lage, gute Fotos zu machen. Ich habe bei jedem Tauchgang mit dem Weitwinkel fotografier, d.h. umgerechnet mit Crop-Faktor von 1,6 für den APSC-Sensor, komme ich auf 16-35mm. Das bedeutet aber, dass ich nahe an die Motive heran muss, wenn ich sie formatfüllend ablichten möchte. Das muss ich sowieso, da sonst der Blitz keinen Sinn macht. Rotes Licht wird im Wasser schon nach ca. 5m fast komplett absorbiert. D.h. wenn ich 2,5m vom Motiv entfernt bin, wirkt der Blitz nicht mehr. Da wäre es dann besser z.B. einen Rotfilter zu verwenden und gar nicht zu blitzen. Das nächste Problem ist die teilweise bescheidene Sicht. Gerade bei den Strömungstauchgängen mit Atoll einwärts strömenden Wasser, sollte die Sicht bedeutend besser sein. Die Schwebeteilchen werden natürlich vom Blitz auch teilweise von vorne angeleuchet, obwohl ich einen ca. 1m langen Blizarm verwende. Aber wenn die Sicht nicht passt, geht es halt nicht besser.

Dieses Foto ist ein Beispiel für eine Aufnahme auf ca. 25m, ohne Blitz mit einem Grauen Riffhai, der nicht näher kommen wollte. Mit dem Weißabgleich ist da normalerweise nicht mehr viel zu retten, ein Rotfilter würde es besser machen, aber leider kann ich bei meinen Objektiven keine Filter montieren. Beim Weitwinkel benötige ich eine 4 Dioptrien Vorsatzlinse, damit ich überhaupt mit dem Domport Fotos unter Wasser machen kann und bei der Eingangslinse zur Kamera gibt es auf meinem Objektiv keinen Filterschacht. Daher bleibt nur die Nachbearbeitung und das Ergebnis ist leider nicht überrzeugend.

Dieses Foto ist ein Beispiel für eine Aufnahme auf ca. 25m, diesmal mit Blitz von einem Grauen Riffhai, der ebenfalls nicht näher kommen wollte. Durch die Schwebeteilchen im Wasser wird einiges Licht vom Blitz reflektiert, der Weißabgleich rettet zumindest einen Teil der Farben des Hais, wenn man bei Grau von Farbe sprechen kann, aber das Meer ist nicht so schön tiefblau, wie es eigentlich sein sollte.

Die Schildkröte passt zumindest farblich, leider ist das Riff im Hintergrund, wenn sie frei schwimmend im Blauwasser aufgenommen wäre, würde das Bild besser aussehen. Da hat zumindest die Entfernung zum Motiv gepasst, wenngleich das auch nur ein zufälliger Schnappschuß im vorbeifliegen durch die Strömung war.

Der letzte Tauchgang des Tages bot etwas Besonderes. Direkt bei Kooddoo Airport liegt eine Fischfabrik am Meer. Wir sind dort an Board der Maldives Masters gegangen. Die Abfälle der Fischfabrik wurden direkt vor der Fabrik ins Meer geworfen. Dies hat anscheinden Hochseehaie angelockt, die sich dort anscheinend immer am Nachmittag für einen Imbiss versammeln. Der Tauchplatz wird deshalb mittlerweile "Kooddoo Spinning Sharks" genannt, weil die Haie dort ihre Kreise ziehen, mit oder ohne Taucher. Wir hatten leicht Atolleinwärts stömendes Wasser, d.h. wir hofften auf gute Sicht, leider war das Gegenteil der Fall. Die Sicht war eigentlich sehr schlecht, die Haie kamen aus dem Nichts, ich hatte keine Zeit die Bahn eines Hais länger zu verfolgen und dann einen geeigneten Zeitpunkt für das Foto zu wählen. Es waren eigentlich immer nur Schnappschüsse und Zufallstreffer. Die Haie tauchten aus dem Nichts auf und verschwanden Sekunden später wieder. Dazu kamen mehr als 20 Taucher dazu, die alle mehr oder weniger unkoordiniert durcheinander schwammen. Jeder hoffte eine Hai zu sehen oder zu fotografieren bzw. zu filmen. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob sich der Aufwand eine Spiegelreflex ins Gehäuse zu packen noch lohnt. Fast jeder Taucher hat eine GoPro im Einsatz und ich bin mir nicht sicher, wer die besseren Fotos bisher gemacht hat. Natürlich ist da auch viel Aussschuß dabei, aber wenn ich mir so meine Ausbeute ansehe, bin ich echt am überlegen ob so eine GoPro doch eine Alternative wäre.

Die letzte Nacht und auch diese Nacht, haben wir am Ankerplatz die Scheinwerfer am Heck des Bootes eingeschalten, damit wird Plankton angelockt, welches wiederum einen Walhai anlocken soll. Diesen können wir schnorchelnderweise dann in der Nacht beim fressen beobachten, vorausgesetzt es kommt einer. Eva und ich haben sich auf jeden Fall auf die Liste setzen lassen, damit wir, sollte ein Walhai auftauchen, geweckt werden. Alberto meinte, normalerweise sammelt sich in ein paar Stunden genug Plankton an und mit ein bisschen Glück sieht auch ein Walhai die Lichter und kommt fressen. Letzte Nacht blieb er aus, vielleicht kommt er ja diese Nacht.

Wie schon an früherer Stelle bemerkt, die Hoffnung stirbt zuletzt.


Euer ultrafastfreddy von der Maldives Masters, Malediven

9.3.18 15:26

Letzte Einträge: Maledives Masters, TG 21-23, Maledives Masters, TG 24-26

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(9.3.18 16:18)
Hallo Mani, so ein Nachttauchgang klingt voll spannend. Hoffentlich zeigt sich der Walhai, ich würde mich über ein paar Fotos freuen So schlecht wie du deine Fotos dauernd hinstellst sind sie nun auch wieder nicht. Wünsche euch noch viele spannende Taucherlebnisse und sei nicht immer so selbstkritisch, vergiss nicht du bist auf Urlaub Das heißt: Spaß, Spaß und wieder Spaß!!!!!

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